Notebook-Kaufberatung

Mit 7 Tipps zum gebrauchten Notebook

 

Der Kauf eines neu­en oder gebrauch­ten Note­books zu einem ver­nünf­ti­gen Preis kann eine gewal­ti­ge Auf­ga­be sein. Dies gilt ins­be­son­de­re, wenn man alle Spe­zi­fi­ka­tio­nen berück­sich­tigt, die für Note­books gel­ten und die am bes­ten zum Lebens­stil pas­sen. Der Bild­schirm braucht die pas­sen­de Größe, der Pro­zes­sor muss die erfor­der­li­che Leis­tung brin­gen, die Fest­plat­te soll­te schnell genug sein und der Arbeits­spei­cher (RAM) soll­te eine aus­rei­chen­de Größe haben. In die­sem pra­xis­na­hen Rat­ge­ber stel­len wir Ihnen für alle wich­ti­gen Aspek­te vor und geben Ihnen Tipps für den erfolg­rei­chen Kauf eines Note­books.

Bildschirmgröße

Ein sehr häu­fi­ger und wich­ti­ger Fak­tor, den es abzu­wä­gen gilt, ist, wie groß oder klein der Bild­schirm sein soll. Im Durch­schnitt haben die meis­ten gän­gi­gen Note­books Bild­schirm­dia­go­na­len, die zwi­schen 13 und 15 Zoll lie­gen. 13 Zoll ist Stan­dard, aber es gibt eini­ge Model­le, die klei­ne­ren oder grö­ße­ren Bild­schir­me haben, eini­ge zwi­schen 11 und 17 Zoll.

Die Größe des Note­books ori­en­tiert sich an den Bedürf­nis­sen des Lebens­stils wie Trag­bar­keit, Bud­get und Pro­zes­sor­leis­tung. Ihre Bild­schirm­grö­ßen ori­en­tie­ren sich ten­den­zi­ell an die­ser Grö­ßen­ord­nung, wobei klei­ne­re Bild­schirm­grö­ßen ten­den­zi­ell gerin­ge­re Per­form­anz und Spei­cher­platz, aber bes­se­re Trag­bar­keit auf­wei­sen und umge­kehrt. In Elek­tronik­fach­märk­te kann man sich die gän­gi­gen Note­book-Grö­ßen anschau­en und eine für sich pas­sen­de Ent­schei­dung tref­fen.

 

Bildschirmauflösung

Neben der Größe ist die Auf­lö­sung des Bild­schirms ein wich­ti­ger Fak­tor. Jeder Bild­schirm besteht aus einer Rei­he von Punk­ten, die Pixel genannt wer­den, und je mehr Pixel Sie haben, des­to mehr Details kön­nen auf dem Bild­schirm dar­stel­len wer­den. Die meis­ten Note­books sind mit Bild­schir­men mit nied­ri­ger Auf­lö­sung (1366 x 768) aus­ge­stat­tet, die weit weni­ger Inhalt anzei­gen kön­nen als hoch­auf­lö­sen­de Bild­schir­me ab 1920 x 1080 Pixeln.

Tat­säch­lich kann ein Bild­schirm mit 1920 x 1080 (auch 1080p genannt) bis zu 10 zusätz­li­che Text­zei­len auf einer Web­sei­te, in einer E‑Mail oder einem Doku­ment dar­stel­len. Bei einer Pixel­brei­te von 1920 kann man zwei Fens­ter in vol­ler Größe neben­ein­an­der anord­nen, aber bei einer Brei­te von 1366 Pixel ist das nicht wirk­lich mög­lich. Vide­os und Fotos sehen bei 1080p auch viel schär­fer aus, weil man durch die klei­ne­ren Punk­te fei­ne Details ohne Kör­nung sehen kann.

Festplatte (HDD oder SSD)

Einer der wich­tigs­ten Aspek­te ist die Fest­plat­te. Es gibt zwei Arten von Fest­plat­ten: HDD (engl. Hard Disk Dri­ve) und SSD (engl. Solid Sta­te Disk). HDDs sind grund­sätz­lich lang­sa­mer und güns­ti­ger (bei glei­cher Größe), wäh­rend SSDs schnel­ler und teu­rer sind. Heut­zu­ta­ge soll­te man kein Note­book mehr ohne eine SSD betrei­ben. Ins­be­son­de­re die Kos­ten für eine SSD sind in den letz­ten Jah­ren mas­siv gesun­ken, sodass heu­te bereits eine neu 1 TB SSD gut 100 €, eine 500 GB ~60 € und eine 250 GB ~40 € kos­tet. 250 GB sind für den nor­ma­len Betrieb eines Note­books aus­rei­chend. Wenn man mehr Platz z. B. für vie­le Vide­os oder Urlaubs­bil­der benö­tigt, kann die­se auf einer exter­nen USB-Fest­plat­te spei­chern.

Bei einem Note­book hängt es von dem Modell ab, ob man die Fest­plat­te ein­fach durch das Lösen von vier Schrau­ben wech­seln kann, das gesam­te Gehäu­se auf­ge­schraubt wer­den muss oder der Tausch nahe­zu unmög­lich ist. Wenn man ein gebrauch­tes Note­book kauft und plant die Fest­plat­te direkt zu tau­schen, soll­te man sich vor­her im Inter­net und z. B. auf You­Tube infor­mie­ren, wie auf­wän­dig dies ist und ob man es sich zutraut. Häu­fig ist der Wech­sel bei kom­pak­ten Model­len schwie­ri­ger. So ist z. B. der Wech­sel beim Leno­vo T450 Note­book wesent­lich ein­fach als bei der Slim-Vari­an­te T450s. Beim Kauf der SSD soll­te man noch die Bau­form beach­ten (1,8 oder 2,5 Zoll) und dass man bei einer neu­en Fest­plat­te auch das Betriebs­sys­tem neu instal­lie­ren muss.

Arbeitsspeicher (RAM)

Beim RAM gilt, dass 4 GB für einen Office-Note­book aus­rei­chend sind, bes­ser sind 8 GB. RAM kann man bei den meis­ten Note­books ver­gleichs­wei­se ein­fach nach­rüs­ten. Hier soll­te man sich eben­falls vor­her z. B. auf You­Tube infor­mie­ren, wie der Wech­sel bei dem jewei­li­gen Note­book-Modell funk­tio­niert. In Note­books kom­men sog. SO-DIMM-Spei­cher­mo­du­le zum Ein­satz, die eine kür­ze­re Bau­form als in PCs haben. Die meis­ten Note­books haben zwei Steck­plät­ze, wobei nur einer belegt ist. Beim Nach­rüs­ten kauft man einen neu­en RAM-Rie­gel und baut die­sen in den frei­en Steck­platz ein.

Prozessor (CPU)

Einen Pro­zes­sor aus­zu­wäh­len ist gar nicht so ein­fach. Das Pro­blem liegt dar­an, dass man am Pro­zes­sor­na­me gar nicht erken­nen kann, wie schnell der Pro­zes­sor eigent­lich ist. Vor 10 Jah­ren konn­te man die Pro­zes­so­ren noch gut anhand der Takt­fre­quenz unter­schei­den. Heut­zu­ta­ge steigt die Takt­fre­quenz nur noch gering­fü­gig an und ist als Unter­schei­dungs­merk­mal unwich­tig. Bench­marks oder Bench­mar­k­ergeb­nis­se lie­fern die ein­zi­ge brauch­ba­re Mög­lich­keit, um die Per­form­anz von Pro­zes­so­ren zu ver­glei­chen. Damit man nicht für jedes Note­book die Bench­mar­k­ergeb­nis­se auf­wän­dig her­aus­su­chen muss, kann man auf gebraucht-suche.de direkt Note­books anhand von Bench­mar­k­ergeb­nis­sen ver­glei­chen.

Ein Pro­zes­sor besteht aus ein oder meh­re­ren Pro­zes­sor­ker­nen. Ein Kern ist im Grun­de ein voll­wer­ti­ger Pro­zes­sor, sodass meh­re­re Pro­zes­so­ren in einem Bau­stein unter­ge­bracht sind. Jeder Pro­zes­sor­kern kann eine Auf­ga­be (engl. Thread) gleich­zei­tig abar­bei­ten. Je mehr Ker­ne ein Pro­zes­sor hat, des­to mehr Threads kann er gleich­zei­tig abar­bei­ten und des­to schnel­ler ist er. Dies gilt aller­dings nur für Anwen­dun­gen, die auch meh­re­re Ker­ne aus­las­ten kön­nen. Für fol­gen­de Anwen­dun­gen loh­nen hohe Kern­an­zahl vor­teil­haft: 

  • 3D-Spie­le
  • CAD
  • Simu­la­ti­on
  • HD-Video
  • Com­pi­ler
  • 3D-Ren­de­ring
  • pro­fes­sio­nel­le Audio-Bear­bei­tung
  • pro­fes­sio­nel­le Bild­be­ar­bei­tung
  • Video­schnitt­pro­gram­me

Für alle ande­ren Anwen­dun­gen, ins­be­son­de­re für Note­books, sind zwei Ker­ne mit vier Threads emp­feh­lens­wert. Ein brauch­ba­res Note­book mit vier Threads ist bereits für gut 150 € zu bekom­men.

Bei Bench­marks kann man Grund­sätz­lich zwi­schen zwei Arten unter­schei­den: Sin­gle-Core Bench­marks, die die Per­form­anz eines ein­zel­nen Ker­nes ermit­teln und Mul­ti-Core Bench­marks, die die Geschwin­dig­keit von allen Ker­nen gemein­sam mes­sen. Beim Thread Mark Sin­gle-Core Bench­mark haben die neus­ten High-End-Pro­zes­so­ren einen Wert von 3000. Bei gebrauch­ten Note­books ist ein Thread Mark von ~1500 aus­rei­chend.

Notebook-Tastatur

Bei Note­books ist es wich­tig auf die Tas­ta­tur­be­le­gung zu ach­ten. Vie­le güns­ti­ges ebay-Ange­bo­te haben kei­ne deut­sche Tas­ta­tur oder das Tas­ta­tur­be­le­gung wur­de mit­tels Auf­kle­ber geän­dert, was nicht gera­de schön aus­sieht. Mein ers­tes gebrauch­tes Note­book hat­te ich post­wen­dend zurück­ge­schickt, nach­dem es eine nie­der­län­di­sche Tas­ta­tur hat­te und nur Auf­kle­ber dabei lagen.

Bei Note­books ist es nicht ohne wei­te­res mög­lich die Tas­ta­tur­be­le­gung zu ändern. In der Arti­kel­be­schrei­bung steht für gewöhn­lich die Tas­ta­tur­be­le­gung dabei. Bei der Tas­ta­tur­be­le­gung wird zwi­schen QWERTY (US-ame­ri­ka­nisch), QWERTZ (deutsch) und AZERTY (fran­zö­sisch) unter­schie­den. Bei QWERTZ gibt es eine deut­sche und schwei­ze­ri­sche Vari­an­te.

 

Windows Lizenz

Wenn man einen gebrauch­tes Note­book kauft, ist es wich­tig, dass man am Ende auch ein aktu­el­les Betriebs­sys­tem hat. Häu­fig wird zusam­men mit dem gebrauch­ten Note­book auch Win­dows 10 Pro ange­bo­ten. Wenn dies nicht der Fall ist, soll man den Kopf nicht in den Sand ste­cken, son­dern kann mitt­ler­wei­le rela­tiv preis­wert z. B. bei ebay gebrauch­te Win­dows Lizen­zen erwer­ben. Dabei kommt immer wie­der die Dis­kus­si­on nach der Lega­li­tät von sol­chen Ange­bo­ten auf. Mei­ner Mei­nung nach hät­te Micro­soft die Händ­ler schon längst ver­klagt, wenn es ille­gal wäre und pro­fi­tiert davon, wenn es unse­ri­ös wirkt. In die­sem Arti­kel wird der recht­li­che Askept sehr gut beleuch­tet.