Tipps und Tricks beim Kauf eines gebrauchten PCs

Beim Kauf des richtigen Gebraucht-PCs zu einem vernünftigen Preis gibt es viele Faktoren zu beachten. Der Prozessor muss die erforderliche Leistung bringen, die Festplatte sollte schnell genug sein und der Arbeitsspeicher (RAM) sollte eine ausreichende Größe haben. In diesem praxisnahen Ratgeber stellen wir Ihnen für alle wichtigen Aspekte vor und geben Ihnen Tipps für den erfolgreichen Kauf eines PCs.

Festplatte (HDD oder SSD)

Einer der wichtigsten Aspekte ist die Festplatte. Es gibt zwei Arten von Festplatten: HDD (engl. Hard Disk Drive) und SSD (engl. Solid State Disk). HDDs sind grundsätzlich langsamer und günstiger (bei gleicher Größe) und während SSDs schneller und teurer sind. Heutzutage sollte man keinen PC mehr ohne eine SSD betreiben. Insbesondere die Kosten für eine SSD sind in den letzten Jahren massiv gesunken, sodass man heute bereits eine 1 TB SSD für gut 100€, eine 500 GB für ~60€ und eine 250 GB für ~40€ neu kaufen kann. Um eine gute Performanz zu gewährleisten, sollte das Betriebssystem auf der SSD installiert sein. 250 GB ist für das Betriebssystem mehr als ausreichend. Bei Bedarf kann man die SSD noch mit einer zweiten größeren HDD ergänzen um z. B. Video oder Urlaubsbilder abzuspeichern. So bietet es sich z. B. an die HDD des gebrauchten PCs als Zweitfestplatte verwenden.

Das Praktische an der Festplatte ist, dass man diese vergleichsweise einfach selbst austauschen kann. So ist es beim Kauf eines gebrauchten PCs nicht so wichtig, ob dieser bereits eine SSD in ausreichender Größe mitbringt. Zu beachten ist, dass man bei einer neuen Festplatte auch das Betriebssystem neu installieren muss.

Arbeitsspeicher (RAM)

Beim RAM gilt, dass 8 GB für einen Office-PC mehr als ausreichend sind. RAM kann man sehr einfach nachrüsten, indem man (passende) RAM-Riegel kauft und danach in den PC einbaut. Neuen RAM-Speicher (2×4 GB) bekommt man bereits für ~40€.

Wichtig ist, dass man immer zwei identische RAM-Riegel in den PC verbaut. Jeder Desktop-Prozessor hat üblicherweise zwei Speicherkanäle, sodass zwei RAM-Riegel gleichzeitig verwendet werden können. Mit nur einem RAM-Riegel oder zwei RAM-Riegel unterschiedlicher Größe hat man eine verminderte Leistungsfähigkeit. Insbesondere bei günstigen neuen PCs muss man aufpassen, weil manchmal nur ein RAM-Riegel verbaut ist. Dies finde ich persönlich für ein Unding, weil hier ahnungslose Kunden wegen ein paar Euro über den Tisch gezogen werden. Zur Absicherung wegen Reklamation wird dies dann typischerweise in der Artikelbeschreibung vermerkt, z. B. 8 GB RAM (1 x 8 GB).

Prozessor (CPU)

Einen Prozessor auszuwählen ist gar nicht so einfach. Das Problem liegt daran, dass man am Prozessorname gar nicht erkennen kann, wie schnell der Prozessor eigentlich ist.  Vor 10 Jahren konnte man die Prozessoren noch gut anhand der Taktfrequenz unterscheiden. Heutzutage steigt die Taktfrequenz nur noch geringfügig an und ist als Unterscheidungsmerkmal unwichtig. Benchmarks oder Benchmarkergebnisse liefern die einzige brauchbare Möglichkeit, um die Performanz von Prozessoren zu vergleichen. Damit man nicht für jeden PC die Benchmarkergebnisse aufwändig heraussuchen muss, kann man auf gebraucht-suche.de direkt PCs anhand von Benchmarkergebnissen vergleichen.

Ein Prozessor besteht aus ein oder mehreren Prozessorkernen. Ein Kern ist im Grunde ein vollwertiger Prozessor, sodass mehrere Prozessoren in einem Baustein untergebracht sind. Jeder Prozessorkern kann eine Aufgabe (engl. Thread) gleichzeitig abarbeiten. Je mehr Kerne ein Prozessor hat, desto mehr Threads kann er gleichzeitig abarbeiten und desto schneller ist er. Dies gilt allerdings nur für Anwendungen, die auch mehrere Kerne auslasten können. Für folgende Anwendungen lohnen hohe Kernanzahl vorteilhaft: 

  • 3D-Spiele
  • CAD
  • Simulation
  • HD-Video
  • Compiler
  • 3D-Rendering
  • professionelle Audio-Bearbeitung
  • professionelle Bildbearbeitung
  • Videoschnittprogramme

Für alle anderen Anwendungen, insbesondere für Office-PCs, sind vier Kerne empfehlenswert. Ein gebrauchter 4-Kern-PC ist bereits für gut 100 € zu bekommen.

Bei Benchmarks kann man Grundsätzlich zwischen zwei Arten unterscheiden: Single-Core Benchmarks, die die Performanz eines einzelnen Kernes ermitteln und Multi-Core Benchmarks, die die Geschwindigkeit von allen Kernen gemeinsam messen. Beim Thread Mark Single-Core Benchmark haben die neusten High-End-Prozessoren einen Wert von 3000. Bei gebrauchten ist ein Thread Mark von ~1900 ausreichend.

Marken-PC vom Händler

Bei einem gebrauchten PC lohnt es sich nach Marken-PCs von Händlern zu schauen.  Viele Firmen mustern ihre Marken-PCs nach 3-5 Jahren aus oder werden als Leasingrückläufer zurückgegeben, sodass viele gut gepflegte Marken-PCs verfügbar sind. Wegen der großen Anzahl werden diese zu vergleichsweise günstigen Preisen angeboten. Marken-PCs gelten als Langlebig und mindert somit das Risiko auf Fehler.

Zudem sprechen mehrere Gründe für den Kauf eines gebrauchten Computers bei einem Händler anstelle einer privaten Person: Händler müssen mindestens 1 Jahr Garantie vergeben, checken den PC häufig vor dem Verkauf und es besteht eine niedrigere Gefahr auf einen Betrüger hereinzufallen. 

Mit folgenden Suchkriterien könnt ihr Marken-PCs auf gebraucht-suche.de mit mindesten 4 Kernen und einem Thread Mark von 1900 finden:

Windows Lizenz

Wenn man einen gebrauchten PC kauft, ist es wichtig, dass man am Ende auch ein aktuelles Betriebssystem hat. Häufig werden direkt beim gebrauchten PC auch Windows 10 Pro angeboten. Wenn dies nicht der Fall ist, soll man den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern kann mittlerweile relativ preiswert z.B. bei ebay gebrauchte Windows Lizenzen erwerben. Dabei kommt immer wieder die Diskussion nach der Legalität von solchen Angeboten auf. Meiner Meinung nach hätte Microsoft die Händler schon längst verklagt, wenn es illegal wäre und profitiert davon, wenn es unseriös wirkt. In diesem Artikel wird der rechtliche Askept sehr gut beleuchtet.